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Tarifgemeinschaft deutscher Länder:Mitglieder & Tarifrunde 2025/2026

Leon Tobias Schneider Schulz • 2026-06-03 • Gepruft von Hannah Fischer

Jeder, der im öffentlichen Dienst eines Bundeslandes arbeitet, kennt das Warten auf die nächste Gehaltserhöhung. Hinter den Kulissen verhandelt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 860.000 Beschäftigte – ein Verband, der seit 1949 die Arbeitgeberseite der Länder vertritt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Länder Mitglied sind, wann die nächste Tarifrunde startet und was Beschäftigte von der Runde 2025/2026 erwarten können.

Mitglieder: 15 von 16 Bundesländern (ohne Hessen) ·
Gründungsjahr: 1949 ·
Tarifbeschäftigte: ca. 750.000 ·
Aktuelle Tarifrunde: 2025/2026

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genauer Beginn der Tarifverhandlungen 2025/2026
  • Höhe der nächsten Tariferhöhung
  • Exakter Zeitpunkt für Beamte
3Zeitleisten-Signal
  • Erste Verhandlungsrunde: 3. Dezember 2025 (TdL)
  • Zweite Runde: 15.–16. Januar 2026 (TdL)
  • Dritte Runde: 11.–13. Februar 2026 (GdP)
4Wie es weitergeht

Die wichtigsten Fakten zur TdL im Überblick:

Merkmal Wert
Rechtsform Nicht eingetragener Verein
Gründung 1949
Mitglieder 15 Bundesländer
Nichtmitglied Hessen (seit 2004)
Tarifbeschäftigte ca. 750.000
Tarifpartner ver.di, dbb, GEW u.a.
Warum das wichtig ist

Rund 860.000 Beschäftigte der Länder warten auf die neue Tarifrunde – der Ausgang bestimmt ihre Gehälter für die nächsten zwei bis drei Jahre. Wer die TdL und ihre Spielregeln versteht, kann die eigenen Forderungen besser einordnen.

Was ist der TdL?

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist der Zusammenschluss der Bundesländer als Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. 1949 gegründet (TdL (Arbeitgeberverband der Länder)), vertritt sie die Interessen der Länder bei Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften. Derzeit sind 15 der 16 deutschen Länder Mitglied; Hessen gehört der TdL seit 2004 nicht mehr an (GdP). Die TdL verhandelt den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), der für rund 860.000 Angestellte und Auszubildende gilt.

Tarifgemeinschaft deutscher Länder: Definition

Die TdL ist ein nicht eingetragener Verein ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Ihr Vorstand setzt sich aus den Finanzministern/-senatoren der Mitgliedsländer zusammen. Vorsitzender ist der hamburgische Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, sein erster Stellvertreter der sächsische Finanzminister Christian Piwarz, zweite Stellvertreterin die schleswig-holsteinische Finanzministerin Dr. Silke Schneider (TdL).

Welche Länder sind Mitglieder der TdL?

Alle Bundesländer außer Hessen. Die genaue Liste: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Hessen verließ die TdL 2004 und verhandelt eigene Tarife (dbb (Beamtenbund)).

Der Sonderfall Hessen

Hessen ist das einzige Bundesland, das nicht der TdL angehört. Das Land führt eigene Tarifverhandlungen – zuletzt mit einem Abschluss von 5,5 % mehr Gehalt für 2024/2025. Für Beschäftigte in Hessen gelten also andere Regelungen als für den Rest der Republik.

Die Konsequenz: Wer im öffentlichen Dienst eines TdL-Mitgliedslandes arbeitet, profitiert von kollektiven Verhandlungen – Hessen zeigt, dass ein Alleingang durchaus höhere Abschlüsse bringen kann.

Wann kommt die nächste Tariferhöhung TV-L?

Die nächste Tariferhöhung ist noch nicht festgelegt – sie wird in der aktuellen Tarifrunde 2025/2026 verhandelt. Historisch erfolgen die Erhöhungen meist im Frühjahr, nachdem die Verhandlungen abgeschlossen sind (TdL). Die genauen Termine und Prozentsätze hängen vom Ergebnis der Gespräche mit ver.di, dbb, GEW und GdP ab.

Wann kommt die nächste Gehaltserhöhung für Landesbeamte?

Beamte erhalten keine Tariferhöhung im engeren Sinne, da sie nicht unter den TV-L fallen. Allerdings wird die Besoldung der Beamten in den Ländern oft zeitversetzt an die Tarifabschlüsse angepasst. Die konkreten Anpassungstermine legen die Landesparlamente per Gesetz fest (dbb).

Wann gibt es die nächste Tariferhöhung?

Nach Abschluss der Tarifverhandlungen – voraussichtlich im Frühjahr 2026 – wird die Erhöhung rückwirkend zum 1. Januar oder 1. April des Jahres wirksam. Derzeit liegen keine konkreten Daten vor. Die TdL und die Gewerkschaften werden den Termin gemeinsam bekanntgeben.

Fazit: Die Tariferhöhung 2026 ist noch offen. Beschäftigte sollten mit einer Steigerung zwischen 2 % und 5 % über 24–36 Monate rechnen – basierend auf früheren Abschlüssen. Gewerkschaftsmitglieder: Druck auf die Verhandler ausüben. Nichtorganisierte: Beitritt kann sich lohnen, da Gewerkschaften oft bessere Ergebnisse erzielen.

Das bedeutet: Wer organisiert ist, hat direkten Einfluss auf das Verhandlungsergebnis. Der Abschluss entscheidet über die reale Kaufkraft für die kommenden Jahre.

Wann sind die nächsten Tarifverhandlungen für die Länder?

Die Verhandlungen haben bereits begonnen: Die erste Runde fand am 3. Dezember 2025 statt, die zweite am 15./16. Januar 2026. Die dritte Runde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam anberaumt (GdP). Weitere Runden sind möglich.

Wann findet die nächste Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder statt?

Die aktuelle Tarifrunde 2025/2026 läuft noch. Ein genauer Starttermin für die nächste Runde (2027/2028) ist nicht bekannt – er wird etwa ein Jahr vor Auslaufen des dann gültigen TV-L von der TdL und den Gewerkschaften vereinbart. Üblich ist ein Rhythmus von zwei bis drei Jahren.

„Derzeit sind 15 der 16 deutschen Länder Mitglied der TdL. Das Land Hessen gehört der TdL seit dem Jahr 2004 nicht mehr an.“
– TdL (Arbeitgeberverband der Länder)

Der Verhandlungsfahrplan zeigt: Spätestens im Februar 2026 wird sich entscheiden, ob die Gewerkschaften ihre Forderungen durchsetzen können.

Wie hoch ist die zu erwartende Gehaltserhöhung für 2026?

Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor. Prognosen stützen sich auf die wirtschaftliche Entwicklung und frühere Tarifrunden. In den vergangenen Jahren lagen die Erhöhungen meist zwischen 2 % und 5 % bei einer Laufzeit von 2 bis 3 Jahren (ver.di (Dienstleistungsgewerkschaft)). Die MTEF-Leitlinien 2026 geben Rahmenbedingungen für die Haushaltsplanung der Länder vor, die die Verhandlungsspielräume beeinflussen. Die Gewerkschaften fordern in der Regel deutlich mehr – ver.di beispielsweise 8 % oder mindestens 350 Euro mehr pro Monat.

Die historische Kurve

Die vergangenen drei TV-L-Abschlüsse brachten zwischen 2,8 % und 4,5 % jährliche Steigerung. Für 2026 erwarten viele Experten einen Abschluss am oberen Ende der Spanne, da die Inflation die Kaufkraft der Beschäftigten zuletzt stark belastet hat.

Die Rechnung: Liegt der Abschluss bei 4 % über 24 Monate, entspricht das real etwa 2 % pro Jahr – ob das die Inflation ausgleicht, bleibt abzuwarten.

Wie lange ist der TV-L gültig?

Der TV-L ist ein Tarifvertrag mit begrenzter Laufzeit. Die aktuelle Fassung gilt bis zum Abschluss der neuen Verhandlungen; danach tritt der neue Vertrag in Kraft, oft rückwirkend. Ohne Neuabschluss kann der Vertrag durch Nachwirkung (§ 4 TVG) zunächst fortgelten – die Löhne bleiben dann auf dem bisherigen Niveau, bis eine Einigung erzielt wird (BRAK (Bundesrechtsanwaltskammer)). Die durchschnittliche Laufzeit eines TV-L beträgt 2 bis 3 Jahre.

Was ist der Unterschied zwischen EVG und GDL?

EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) und GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) sind Gewerkschaften im Bahnsektor – sie verhandeln mit der Deutschen Bahn AG, nicht mit der TdL. Die EVG vertritt breite Berufsgruppen im Schienenverkehr, die GDL speziell das Zugpersonal. Beide sind nicht in der Tarifgemeinschaft der Länder organisiert (EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft)).

„Derzeit sind 15 der 16 deutschen Bundesländer mit ca. 750.000 Tarifbeschäftigten Mitglied der TdL.“
– bvoed.de (Bundesvertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst)

„Tarifgemeinschaft deutscher Länder: Arbeitgeberverband des öffentlichen Dienstes, gegründet 1949.“
– dbb Lexikon (Beamtenbund)

Der Unterschied zur Bahn ist grundlegend: Wer im öffentlichen Dienst der Länder arbeitet, hat es mit der TdL zu tun – nicht mit der EVG oder GDL, die eigene Tarifwelten verhandeln.

Vergleich: TV-L vs. TVöD

Ein häufiger Vergleich: Der TV-L (Länder) und der TVöD (Bund und Kommunen) unterscheiden sich in mehreren Punkten. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede – ein Muster, das für die Wahl des Arbeitgebers relevant sein kann.

Merkmal TV-L (Länder) TVöD (Bund/Kommunen)
Geltungsbereich Alle Bundesländer außer Hessen Bundesverwaltung, Kommunen, Sozialversicherungsträger
Tarifpartner TdL vs. ver.di, dbb, GEW, GdP Bundesinnenministerium / VKA vs. ver.di, dbb
Laufzeit 2–3 Jahre (aktuell bis 2025/2026) 2–3 Jahre (aktuell bis 2025)
Eingruppierung 12 Entgeltgruppen (EG 1–15) 15 Entgeltgruppen (EG 1–15), teils abweichende Stufen
Besonderheiten Keine Jahressonderzahlung für Angestellte mit EG 1–8 Jahressonderzahlung für alle Entgeltgruppen

Die Unterschiede sind fein, aber für das monatliche Netto entscheidend. Ein Wechsel zwischen Bund und Land kann sich bei der Eingruppierung bemerkbar machen. Ein Blick in den Brutto-Netto-Rechner 2026 hilft, die konkreten Auswirkungen eines Tarifabschlusses auf das eigene Gehalt zu berechnen.

Zeitleiste der TdL

Die wichtigsten Daten auf einen Blick – von der Gründung bis zur aktuellen Tarifrunde.

Datum Ereignis
1949 Gründung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) (TdL)
2004 Austritt des Landes Hessen aus der TdL (GdP)
2025/2026 Nächste Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder (TdL)
voraussichtlich 2026 Mögliche Tariferhöhung nach Verhandlungsabschluss

Die Zeitleiste macht deutlich: Seit der Gründung 1949 hat sich die TdL als feste Größe etabliert – der Austritt Hessens 2004 zeigt jedoch, dass die Einheit der Länder nicht selbstverständlich ist.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • TdL gegründet 1949 (TdL)
  • 15 von 16 Ländern Mitglied; Hessen ausgetreten (GdP)
  • Ca. 750.000 Tarifbeschäftigte (TdL)
  • Nächste Tarifrunde ist 2025/2026 geplant (TdL)

Was unklar ist

  • Genauer Beginn der Tarifverhandlungen 2025/2026
  • Höhe der nächsten Tariferhöhung
  • Exakter Zeitpunkt der nächsten Gehaltserhöhung für Beamte
  • Genauer Starttermin der Tarifrunde 2027/2028

Was diese Unsicherheiten bedeuten: Wer sich auf den TV-L verlässt, sollte die Verhandlungen aktiv verfolgen. Gewerkschaftsmitglieder haben direkten Einfluss – Nichtmitglieder profitieren nur indirekt. Die Mütterrente für 4 Kinder ist ein weiteres Beispiel dafür, wie tarifliche und sozialpolitische Regelungen ineinandergreifen und die finanzielle Situation von Beschäftigten im öffentlichen Dienst beeinflussen.

Häufig gestellte Fragen

Wer sind die Tarifpartner der TdL?

Die TdL verhandelt mit den Gewerkschaften ver.di, dbb beamtenbund und tarifunion, GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und GdP (Gewerkschaft der Polizei).

Wie oft wird der TV-L neu verhandelt?

Der TV-L hat in der Regel eine Laufzeit von 2 bis 3 Jahren. Nach Ablauf wird er neu verhandelt – die aktuellen Verhandlungen finden in der Tarifrunde 2025/2026 statt.

Gilt der TV-L auch für Beamte?

Nein, der TV-L gilt nur für Angestellte und Auszubildende der Länder. Die Besoldung der Beamten wird separat durch Landesgesetze geregelt, orientiert sich aber oft an den Tarifabschlüssen.

Was ist der Unterschied zwischen TV-L und TVöD?

Der TV-L gilt für die Länder (außer Hessen), der TVöD für den Bund und die Kommunen. Die Entgelttabellen weichen leicht voneinander ab, ebenso die Sonderzahlungen und Eingruppierungsregeln.

Welche Rolle spielen die Gewerkschaften ver.di und dbb?

ver.di ist die größte Einzelgewerkschaft im öffentlichen Dienst, der dbb ist der Beamtenbund, der mehrere Teilgewerkschaften vereint. Beide vertreten die Arbeitnehmerseite in den Tarifverhandlungen mit der TdL.

Welche Regelungen gelten für studentische Hilfskräfte in den Ländern?

Studentische Hilfskräfte fallen nicht unter den TV-L, sondern werden meist nach landeseigenen Richtlinien vergütet. Die TdL ist hier nicht direkt zuständig; die Bezahlung variiert stark zwischen den Bundesländern.

Für die rund 860.000 Tarifbeschäftigten in den Ländern heißt das: Geduld und genaues Hinschauen – denn der Abschluss 2026 wird ihre Gehälter für die nächsten Jahre prägen. Wer nicht organisiert ist, sollte den Beitritt zu einer Gewerkschaft erwägen, um bei künftigen Verhandlungen mitzubestimmen. Die Alternative: abwarten und die Ergebnisse akzeptieren, die andere aushandeln.



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