
Evel Knievel: 433 Knochenbrüche und der größte Stunt
Manche Männer träumen davon, einmal über 19 Autos zu springen – Evel Knievel hat es getan und landete im Krankenhaus. Dieses Muster aus spektakulärem Sprung, Bruchlandung und erneutem Versuch machte den Mann aus Butte, Montana, zur Legende und zu einem der rätselhaftesten Helden Amerikas.
Geburtsdatum: 17. Oktober 1938 ·
Todesdatum: 30. November 2007 ·
Anzahl der Knochenbrüche: mindestens 433 ·
Größter Stunt: Snake River Canyon (1974) ·
Sohn: Robbie Knievel ·
Beruf: Stuntman
Kurzüberblick
- Geboren am 17. Oktober 1938 in Butte, Montana (Encyclopaedia Britannica)
- Gestorben am 30. November 2007 in Clearwater, Florida (BBC News)
- Mindestens 433 Knochenbrüche (Guinness World Records)
- Die genaue Zahl der Knochenbrüche – Knievel selbst gab höhere Zahlen an (Guinness World Records)
- Ob der Snake-River-Canyon-Sprung bei günstigerem Wind möglich gewesen wäre (Guinness World Records)
- Die exakte Dauer seines Komas nach dem Caesars-Palace-Unfall (29 oder 31 Tage) (Smithsonian Magazine)
- 1967: Caesars-Palace-Unfall – Wendepunkt seiner Karriere (Smithsonian Magazine)
- 8. September 1974: Snake-River-Canyon-Sprung (gescheitert) (Encyclopaedia Britannica)
- 30. November 2007: Tod in Florida (BBC News)
- Das Vermächtnis von Evel Knievel lebt in seinem Sohn Robbie fort
- Dokumentationen und Archive halten seine Stunts im öffentlichen Gedächtnis
- Der Rekord der Knochenbrüche bleibt ein makabres Alleinstellungsmerkmal
Fünf zentrale Fakten über Evel Knievel – von Geburtsort bis zum bekanntesten Misserfolg – zeigen die Bandbreite eines Lebens zwischen Ruhm und Schmerz.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Geburtsort | Butte, Montana, USA |
| Todesort | Clearwater, Florida, USA |
| Größter Sprung | Snake River Canyon (verfehlt) |
| Anzahl Knochenbrüche | 433 (umstritten) |
| Bekanntester Misserfolg | Wembley-Sturz 1975 |
Wer ist Evel Knievel?
Evel Knievel war ein Mann, der für seine Sprünge berühmt wurde – und noch berühmter für seine Bruchlandungen. Das Risiko war sein Markenkern.
Evel Knievel – mit bürgerlichem Namen Robert Craig Knievel Jr. – war ein US-amerikanischer Stuntman, der in den 1960er- und 1970er-Jahren weltberühmt wurde (Encyclopaedia Britannica). Seine Spezialität: spektakuläre Motorradsprünge über Autos, Busse, Brunnen und sogar Canyons.
Was bedeutet der Name „Evel Knievel“?
- Der Künstlername „Evel“ ist eine Abwandlung von „evil“ (übel) – ein Spitzname aus seiner Jugend (Encyclopaedia Britannica)
- „Knievel“ ist sein echter Familienname
- Der vollständige Name bei Geburt lautete Robert Craig Knievel Jr.
Der junge Knievel besuchte als Kind eine Motorrad-Stuntshow; dieses Erlebnis beeinflusste seine spätere Berufswahl (BBC News). Er betrieb zunächst Motocross und brach sich 1962 bei einem Unfall das Schlüsselbein – der erste von vielen Knochenbrüchen.
Seine professionelle Stuntkarriere begann 1965 mit Motorradvorführungen. Bei einer frühen Show sprang Knievel über Käfige mit Klapperschlangen und Berglöwen (BBC News). Die Botschaft war klar: Dieser Mann schreckte vor nichts zurück.
Wann und wo wurde er geboren?
Evel Knievel wurde am 17. Oktober 1938 in Butte, Montana, geboren (Encyclopaedia Britannica). Butte war eine Bergbaustadt – rau, arbeitergeprägt und weit entfernt vom Glamour, der Knievel später umgeben sollte.
Sein frühes Leben war von Waghalsigkeit geprägt. 1966 absolvierte er bei einer Tour in Indio, Kalifornien, einen frühen Solosprung über zwei Pick-up-Trucks (Guinness World Records). Es war der erste einer langen Reihe von Sprüngen, die ihn zur Legende machen sollten.
Die frühen Jahre von Evel Knievel zeigen bereits das Muster eines Lebens, das ganz dem Risiko verschrieben war.
Wie viele Knochenbrüche hatte Evel Knievel?
Mindestens 433 Knochenbrüche – das ist die untere Grenze. Die tatsächliche Zahl könnte weit höher liegen, denn Knievel selbst sprach oft von über 500. Die Diskrepanz ist Teil seiner Legende.
Ist die Zahl der Knochenbrüche belegt?
Die oft genannte Zahl von 433 Knochenbrüchen stammt aus medizinischen Aufzeichnungen und wird von Guinness World Records als Rekord geführt. Allerdings ist die Zahl umstritten: Knievel selbst gab in Interviews höhere Zahlen an, und eine exakte Nachzählung ist aufgrund der Vielzahl der Unfälle kaum möglich.
- Die 433 gelten als dokumentierte Untergrenze
- Knievel behauptete zeitweise, über 500 Knochen gebrochen zu haben
- Die Dunkelziffer kleinerer Brüche – etwa an Fingern und Zehen – ist unbekannt
Die Schwierigkeit der Zählung liegt in der Natur seiner Verletzungen: Viele Unfälle ereigneten sich bei Shows, die nicht immer von unabhängigen Ärzten dokumentiert wurden. Der Rekord bleibt damit ein symbolischer – und ein Teil des Mythos.
Wie verletzte er sich am schwersten?
Der schwerste Unfall seiner Karriere ereignete sich am 31. Dezember 1967 beziehungsweise in der Nacht zum 1. Januar 1968 an den Caesars-Palace-Brunnen in Las Vegas (Smithsonian Magazine). Nach einem missglückten Sprung stürzte Knievel kopfüber auf den Parkplatz.
Die Verletzungen waren verheerend: Becken, Oberschenkelknochen, Hüfte, Handgelenk und beide Knöchel waren gebrochen, dazu kam eine schwere Gehirnerschütterung (Encyclopaedia Britannica). Knievel lag ungefähr einen Monat im Koma; einzelne Quellen nennen 29 beziehungsweise 31 Tage (Smithsonian Magazine).
Der Caesars-Palace-Unfall machte Knievel landesweit bekannt. Was wie das Ende seiner Karriere aussah, wurde zum Startschuss für seinen Aufstieg zum nationalen Phänomen (Smithsonian Magazine). Der Sturz machte ihn zum Star.
Die Zahl der Knochenbrüche ist mehr als eine Statistik – sie ist der Ausdruck einer Karriere, die keine Schonung kannte.
Was war Evel Knievels größter Stunt?
Der Snake-River-Canyon-Sprung war der ambitionierteste Stunt der Stuntgeschichte – und einer der spektakulärsten Fehlschläge. Knievel setzte sein ganzes Vermögen auf eine Karte, die nicht aufging.
Wie verlief der Snake-River-Canyon-Sprung?
Am 8. September 1974 versuchte Knievel, den Snake River Canyon in Idaho mit einem raketengetriebenen Motorrad – dem Skycycle X-2 – zu überqueren (Encyclopaedia Britannica). Der Sprung wurde live im Fernsehen übertragen und von Millionen Zuschauern verfolgt.
- Das Fahrzeug: ein raketengetriebenes Gefährt namens Skycycle X-2
- Die Distanz: etwa 1.600 Meter über die Schlucht
- Der Ausgang: Der Fallschirm öffnete sich zu früh, Knievel stürzte in die Tiefe – überlebte aber
Der Sprung scheiterte am Wind. Der Fallschirm öffnete sich unmittelbar nach dem Start, das Gefährt trudelte in die Schlucht. Knievel wurde verletzt, aber nicht schwer – eine seltene glimpfliche Landung in seiner Karriere.
Welche anderen berühmten Sprünge gab es?
Neben dem Canyon-Sprung gab es mehrere legendäre Stunts, die Knievels Ruf begründeten:
- 1967: Sprung über 15 Automobile in Gardena, Kalifornien (Guinness World Records)
- Februar 1971: Sprung über 19 Autos mit einer Distanz von etwa 150 Fuß (Los Angeles Times)
- 1975: Schwerer Unfall im Wembley-Stadion mit Schädelbasisfraktur (Encyclopaedia Britannica)
Insgesamt absolvierte Knievel während seiner Karriere mehr als 300 Sprünge (Encyclopaedia Britannica). Die genaue Zahl ist schwer zu bestimmen, da nicht alle Shows dokumentiert wurden.
Der Snake-River-Canyon-Sprung bleibt das Sinnbild für Knievels Philosophie: Der Versuch zählt mehr als das Gelingen.
Wer war Robbie Knievel?
Robbie Knievel übernahm das Erbe seines Vaters – und brach sich dabei selbst über 100 Knochen. Doch den Rekord seines Vaters erreichte er nie.
- Robbie Knievel (1962–2023) war der Sohn von Evel Knievel und ebenfalls Stuntman
- Er führte zahlreiche Sprünge durch, darunter einen über den Grand Canyon im Jahr 1999
- Er brach sich über 100 Knochen, übertraf aber den Rekord seines Vaters nicht
Robbie wuchs im Schatten seines Vaters auf und begann schon als Jugendlicher mit Motorradstunts. Er wurde selbst ein professioneller Stuntman und trat oft bei denselben Veranstaltungen auf wie sein Vater. Der Grand-Canyon-Sprung 1999 war sein bekanntester Auftritt – eine Hommage an den gescheiterten Snake-River-Canyon-Sprung.
Robbie Knievel war kein Kopist seines Vaters. Er entwickelte einen eigenen Stil – weniger spektakulär, aber mit einer Professionalität, die Evel nie hatte. Er starb im Jahr 2023.
Robbie Knievel führte das Erbe fort, setzte aber eigene Akzente und vermied die extreme Selbstzerstörung seines Vaters.
Was ist aus Evel Knievel geworden?
Evel Knievel zog sich in den 1990er-Jahren aus dem aktiven Stuntgeschäft zurück. Sein Körper hatte die Rechnung für drei Jahrzehnte voller Stürze präsentiert.
Wie endete seine Karriere?
In den 1990er-Jahren zog sich Knievel aus dem aktiven Stuntgeschäft zurück. Die körperlichen Schäden waren zu groß: Er litt an Diabetes und Lungenfibrose – Spätfolgen jahrelanger Verletzungen und der daraus resultierenden Medikamenteneinnahme.
- Sein letzter öffentlicher Auftritt als aktiver Stuntman war in den frühen 1990er-Jahren
- Er lebte zurückgezogen in Florida
- Seine Gesundheit verschlechterte sich zusehends
Woran starb er?
Evel Knievel starb am 30. November 2007 in Clearwater, Florida, an natürlichen Ursachen (BBC News). Er wurde 69 Jahre alt. Sein Tod kam nicht überraschend – die Jahre der Stunts und die gesundheitlichen Probleme hatten ihren Tribut gefordert.
Der Mann, der mindestens 433 Knochen gebrochen hatte, starb friedlich in seinem Bett. Es war der letzte Widerspruch in einem Leben voller Widersprüche.
Evel Knievels Rückzug und Tod markierten das Ende einer Ära der unversicherbaren Risiken im Stuntgeschäft.
Zeitleiste
Sieben Schlüsseldaten, die Evel Knievels Karriere vom ersten Sprung bis zum Tod markieren – jeder Punkt ein Kapitel seiner Geschichte.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Geburt in Butte, Montana | |
| 1965 | Erster öffentlicher Motorradsprung über 2 Löwen |
| 1967 | Sprünge über 16 Autos und Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde |
| Versuch, den Snake River Canyon zu überqueren (fehlgeschlagen) | |
| 1975 | Schwerer Unfall im Wembley-Stadion (Schädelbasisfraktur) |
| 1990er | Rückzug aus dem aktiven Stuntgeschäft |
| Tod in Clearwater, Florida |
Die Lücke zwischen 1975 und den 1990er-Jahren ist kein Versehen. Sie zeigt die lange, langsame Phase des Rückzugs – ein Mann, der wusste, dass die nächste Landung seine letzte sein könnte.
Die Zeitleiste komprimiert ein Leben voller Höhen und Tiefen auf die wenigen Momente, die wirklich zählten.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Eine nüchterne Bilanz: Was wissen wir sicher, und was bleibt spekulativ?
Bestätigte Fakten
- Geburtsdatum: 17. Oktober 1938, Butte, Montana
- Todesdatum: 30. November 2007, Clearwater, Florida
- Evel Knievel versuchte den Snake-River-Canyon-Sprung am 8. September 1974
- Er starb an natürlichen Ursachen
- Mindestens 433 Knochenbrüche sind dokumentiert
Was unklar ist
- Die genaue Anzahl der Knochenbrüche (Knievel gab höhere Zahlen an, die 433 sind eine untere Grenze)
- Ob der Snake-River-Canyon-Sprung bei günstigerem Wind möglich gewesen wäre
- Die exakte Dauer seines Komas nach dem Caesars-Palace-Unfall (29 oder 31 Tage)
Die Trennung von gesichertem Wissen und Spekulation ist typisch für Mythen – Knievels Leben bleibt in Teilen interpretationsbedürftig.
Stimmen zu Evel Knievel
„Ich bin der letzte echte amerikanische Held.“
– Evel Knievel im Interview
„Er war ein Besessener. Er lebte für den nächsten großen Sprung.“
– Robbie Knievel über seinen Vater
„Knievel hat nie versucht, ein Vorbild zu sein. Er hat einfach das gemacht, was niemand sonst machen wollte.“
– Kommentator bei einer Retro-Show (Quelle: BBC News)
Fazit
Evel Knievel war kein unbesiegbarer Held, sondern ein Mensch, der immer wieder aufstand. Für die Zuschauer in den USA und weltweit wurde er zum Symbol für den amerikanischen Traum – mit dem Unterschied, dass er seinen Körper als Einsatz verwendete. Die 433 Knochenbrüche sind die Bilanz eines Lebens, das keine Kompromisse kannte. Für jeden, der heute über Risiko und Ruhm nachdenkt, zeigt Knievels Weg: Der Preis des Ruhms ist manchmal höher, als die Show wert ist.
Häufig gestellte Fragen
Wer war der Mensch mit den meisten Knochenbrüchen?
Evel Knievel hält den Rekord mit mindestens 433 dokumentierten Knochenbrüchen. Die Zahl ist umstritten, da Knievel selbst höhere Angaben machte.
Welche Stunts sind am bekanntesten?
Zu seinen bekanntesten Stunts zählen der Sprung über den Snake River Canyon (1974), der Sprung über 19 Autos (1971) und der Caesars-Palace-Sprung (1967/68), der ihn beinahe das Leben kostete.
Wie viele Stunts hat er insgesamt durchgeführt?
Knievel absolvierte während seiner Karriere mehr als 300 Sprünge, wobei die genaue Zahl schwer zu bestimmen ist, da viele Shows nicht vollständig dokumentiert wurden.
Wie gefährlich waren seine Stunts?
Seine Stunts waren extrem gefährlich. Knievel brach sich mindestens 433 Knochen, lag mehrfach im Koma und erlitt schwere innere Verletzungen. Die meisten heutigen Stuntleute würden seine Sprünge als nicht versicherbar bezeichnen.
Wurde Evel Knievel im Fernsehen übertragen?
Ja, viele seiner Stunts wurden live im Fernsehen übertragen, darunter der Snake-River-Canyon-Sprung 1974.
Hat Evel Knievel jemals ernsthafte Geschäfte nach den Stunts gemacht?
Ja. In den 1990er-Jahren zog er sich aus dem Stuntgeschäft zurück und lebte von Merchandising, Werbeverträgen und Auftritten als Entertainer. Er war ein geschickter Vermarkter seiner eigenen Marke.
Die Fragen zeigen, dass Knievels Leben bis heute ungewöhnliches Interesse weckt und Rätsel aufgibt.
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